Silber
Bereits im fünften Jahrtausend vor Christus wurde dieses Edelmetall von Menschen bearbeitet. Später wurden auch die Assyrer, Goten, Römer, Ägypter und Germanen auf dieses relativ weiche und formbare Metall aufmerksam. Zu dieser Zeit war Silber bei vielen Völkern noch wertvoller als Gold. Im Laufe der Zeit sank der Wert des Silbers jedoch immer weiter ab, da vor allem die Spanier im 16. Jahrhundert große Mengen dieses Edelmetalls aus Amerika nach Europa verschifften. Eine größere Bedeutung kam Silber erst wieder im Jahre 1792 zu, da hier in den USA ein bimetallisches Währungssystem eingeführt wurde. Dies bedeutet, dass das gesamte umlaufende Geld jederzeit gegen Gold- oder Silbermünzen eingetauscht werden konnte. Damals wurde auch der sehr populäre Silberdollar geprägt, dessen Produktion bis ins Jahr 1965 hineinreichte. Präsident Nixon hob allerdings im Jahr 1971 dieses System gänzlich auf, da er aufgrund des Vietnamkrieges die Geldmenge drastisch ausweiten musste, um die Kosten des Krieges zu finanzieren.
Theoretisch bewegen sich die Kurse der Edelmetalle und der Devisen seit 1971 unabhängig voneinander. Heutzutage sind die wichtigsten Silberproduzenten Mexiko, Peru, Bolivien und die USA Derzeit gibt es nur sehr wenige primäre Silberminen, also Minen, die nur Silber abbauen. Der größte Anteil, ungefähr 75% der Weltproduktion, wird als Nebenprodukt beim Abbau von Gold, Kupfer, Zink und Blei gefördert.
Die aktuellsten Daten über die Angebotssituation stammen aus dem Jahr 2004 und wurden vom Silver Institute herausgegeben. Im eben erwähnten Jahr lag die Nachfrage bei 879,2 Millionen Unzen, das Angebot der Minen jedoch nur bei 634,4 Millionen Unzen. Die Differenz wurde hauptsächlich durch Recycling und Regierungsverkäufe ausgeglichen. Allerdings sind die Silberlager der Regierungen mittlerweile derart erschöpft, dass sich die Angebotssituation in den nächsten Jahren zuspitzen sollte. Desweiteren wird Silber größtenteils in der Industrie verwendet, weswegen große Mengen an Silber unwiderruflich verloren gehen und nicht wie bei Gold weiter vorhanden sind.
Aufgrund seiner sehr guten Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität und der hervorragenden antibakteriellen Wirkung findet das Edelmetall in vielen wirtschaftlichen Bereichen Verwendung. Zu nennen wären hier die Pharmazie, Elektro-, Lebensmittel-, Photo- und Schmuckindustrie - allerdings bei letzterer mit rückläufiger Tendenz.
Für die kommenden Jahre sollte laut Expertenmeinung das Angebot bei Silber knapp bleiben, da die Nachfrage insbesondere aus Asien weiter zunehmen wird. Trotzdem sei darauf hingewiesen, dass niemand abschätzen kann, wie viel Silber noch in den Haushalten schlummert, und bei steigendem Preis dem Markt zugeführt wird. Als weiterer Unsicherheitsfaktor erweist sich die Tatsache, dass Silber zu 75% ein Nebenprodukt ist, was zur Folge hat, dass bei einer Produktionserhöhung bei Gold, Kupfer etc. automatisch auch mehr Silber gewonnen wird.
Gehandelt wird das Edelmetall an den selben Börsen wie Gold (Sydney, Hongkong, Zürich und New York).